Kategorie-Archiv: Tagebuch

Tagebuch vom 28.05.2021

Es wird dringend Zeit für einen neuen Tagebuch-Eintrag!

Schon wieder fast ein halbes Jahr Funkstille. Das darf nicht zur Gewohnheit werden. Deshalb gibt es heute ein Update aus der Autoren-Werkstatt.

Der neue Roman ist fertig: 44 Kapitel, 222 Seiten. Er ist definitiv anders, als alles, was ich bisher geschrieben habe. Was kann ich sonst noch verraten? Nun, ich könnte ja meine Hauptfigur zitieren, die ihre Abenteuer folgendermaßen zusammenfasst: „Es ist fantastisch. Gefährlich. Lustig. Verrückt. Manchmal gruselig. Einfach unbeschreiblich.“

Jetzt geht die neue Geschichte erst einmal an eine Reihe fleißiger Testleser. Und dann? Mal schauen …

Tagebuch vom 31.12.2020

LOST DIMENSIONS (von Valerio und Timo Bader)

Kapitel 1: Das neue Videospiel

Leo war so aufgeregt. Heute würde er endlich das neue Videospiel spielen, auf das er so lange gewartet hatte.

Aufgeregt sprang er aus seinem Bett, zog sich eilig an und schlich sich ins Badezimmer. Am Wochenende schliefen seine Eltern um diese Zeit immer noch. Er putzte sich die Zähne und ging dann leise ins Wohnzimmer. Dort erledigte er seine Hausaufgaben und wartete anschließend gespannt darauf, dass seine Eltern endlich aufstanden.

Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sie schließlich die Treppe herunterkamen. Leo fragte sie sofort: „Kann ich jetzt das neue Videospiel haben?“ Stolz berichtete er ihnen, was er alles schon am Morgen gemacht hatte.

Seine Eltern tauschten einen kurzen Blick aus, dann antwortete seine Mutter: „Also eigentlich müssen wir heute früh erst noch einkaufen gehen. Wenn es Mittag ist, kannst du dein Spiel von mir aus spielen.“

Enttäuschung stieg in Leo hoch. Wie gemein war das denn? Er hatte alles gemacht, was seine Eltern immer von ihm wollten. Er war schon in aller Früh komplett angezogen, hatte sich die Zähne geputzt und seine Hausaufgaben bereits erledigt. Warum bekam er jetzt keine Belohnung dafür?

„Das ist unfair!“, protestierte er und stampfte auf den Boden. Trotzig verschränkte er die Arme vor der Brust.

„Aber du darfst das Spiel doch spielen“, sagte sein Vater. „Du musst nur warten, bis es Mittag ist.“

„Ich will er aber jetzt sofort spielen!“, rief Leo.

„Wenn du dich jetzt so benimmst, dann darfst du es heute gar nicht mehr spielen!“, erwiderte seine Mutter mit scharfer Stimme.

Leo schrie: „Das könnt ihr mir nicht verbieten!“

„Das werden wir ja sehen“, zischte seine Mutter.

„Ihr seid gemein!“ Leo rannte aus dem Wohnzimmer.

Kurz blieb er im Gang stehen. Was sollte er jetzt tun? Ganz sicher würde er mit seinen Eltern nicht einkaufen gehen!

Wütend schlüpfte er in seine Turnschuhe, riss die Haustür auf und rannte nach draußen. Dort war es noch dunkel, aber das war ihm egal. Er stürmte über die Straße und in den Wald, der neben ihrem Haus lag. Hinter sich hörte er die Stimmen seiner Eltern, doch er drehte sich nicht um.

Leo lief weiter und weiter – tief in den finsteren Wald hinein. Langsam verrauchte seine Wut und machte Angst Platz. Er schaute sich um. Leo stand auf einer Lichtung mitten im Wald. Wo war er hier? Diese Stelle kannte er überhaupt nicht.

Da spürte er plötzlich eine Berührung am Fuß. Leo schaute nach unten und sah einen Schatten. Er besaß die Form einer Hand und hatte sich um sein Fußgelenk geschlossen. Leo wollte einen Schritt zurück machen, aber der Schatten hielt ihn fest. Und noch schlimmer: Leo spürte, wie die Schattenhand ihn nach vorne zog.

Panisch hob Leo den Blick und sah am anderen Ende der Lichtung etwas, das wie ein Riss aussah. Er war so groß wie eine Tür und die Ränder sahen zerfetzt aus wie bei einem zerrissenen Blatt Papier. Das Innere war schwarz und glich einem tiefen Loch. Unaufhaltsam zerrte die Schattenhand ihn auf den Riss zu.

Leo warf sich nach hinten und krallte die Finger in die Erde. Aber die Schattenhand war stärker und zog ihn weiter auf den Riss zu. Auf einmal berührte Leos Fuß die Schwärze und verschwand darin. Es fühlte sich eiskalt an.

Leo bekam eine Gänsehaut.

„Nein!“, schrie er. „Ich will das nicht!“

Leo versuchte sich verzweifelt von dem Riss wegzuziehen.

Doch jeder Widerstand war zwecklos. Der Riss verschluckte erst sein Bein, dann seine Hüfte und schließlich versank Leo vollständig in dem dunklen Durchgang wie in einem tiefen schwarzen Meer.

Tagebuch vom 31.12.2020

Das Jahr 2020 neigt sich unaufhaltsam dem Ende zu. Deshalb wünsche ich euch allen schon jetzt einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2021!

Ein komplettes Jahr ohne einen Tagebuch-Eintrag auf der Homepage? Kaum vorstellbar – und doch ist es so. Letztes Jahr im Dezember hatte ich noch verschiedene Pläne: An dem neuen historischen Roman weiterschreiben? Den zweiten Regional-Thriller verfassen? Oder etwas ganz Neues ausprobieren? Ein fantastischer Roman für Erwachsene oder endlich mal wieder ein Jugendroman?

Dann kam Corona und auch wenn es in der Öffentlichkeit häufig nicht so wahrgenommen wurde: An den Schulen gab es Arbeit ohne Ende. Hygienekonzepte, neue Stundenpläne, Lernplattformen einrichten, Fernunterricht gestalten, Videokonferenzen, … Dazu die Betreuung der eigenen Kinder daheim. Alles keine einfache Aufgabe.

Natürlich ist die Pandemie eine Katastrophe. Dennoch war 2020 für mich kein verlorenes Jahr. Ich habe mich voll auf die Schule konzentriert und viel Zeit mit meiner Familie gebracht, gemeinsam versucht, den Tag zu strukturieren: Schulaufgaben, Spielen, Spaziergänge. Es hat so viele schöne Tage gegeben, an die ich mich gerne erinnere.

Schriftstellerisch habe ich viele neue Ideen gesammelt und die eine oder andere kleine Geschichte zusammen mit meinem Sohn geschrieben. Nichts, was zur Veröffentlichung gedacht ist, aber trotzdem eine schöne Erinnerung.

Seit ungefähr einer Woche schreibe ich nun wieder. Manchmal sind es sehr überraschende und unerwartete Anlässe, die einen nach längerer Pause plötzlich wieder zum Schreiben bringen. Vor kurzem wurde ich gefragt, welchen meiner Romane man einem Jugendlichen schenken könnte. Die ehrliche Antwort müsste lauten: so gut wie keinen.

Die CELLAR-Trilogie ist recht düster, meine DRIMAXID-Reihe Science-Fiction gemischt mit psychologischem Horror, DIE BESCHWÖRUNG DER DREI ein waschechter Horror-Roman, DIE LETZTE DIENERIN High-Fantasy für Erwachsene, DER MANNWOLF VON KÖNIGSBERG ein historischer Roman mit Werwölfen und auch zur Zeit der Staufer, in der meine historischen Romane spielen, ging es eher rau zu. Zuletzt ist da noch SIEBENMORD – als Lokalkrimi oder Thriller garantiert nichts für Kinderhände. Was bleibt, ist die eine oder andere Kurzgeschichte, die ich in Anthologien veröffentlicht habe. Aber längere Erzählungen? Fehlanzeige. Dabei waren es fantastische Jugendromane, die ich ganz am Anfang verfasst habe.

Erst vor einigen Wochen bin ich bei der regelmäßigen Datensicherung wieder einmal auf meine alten Schätze gestoßen, meine frühen, noch unveröffentlichten Werke: CIRCLE OF THAI, DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN MAGIE, DARU – DER KAMPF UM DIE EISSTADT, DIE KRAVEN-SAGA, DIE WÄCHTER, DREAMER – DAS TRAUMMEDAILLON, PANDORYN – DAS GEHEIMNIS DES ALCHIMISTEN, SAM SCHMIEDSOHN – EIN ZWERG AUF REISEN, WATER, SPIEGELAUGE, VIRTUAL REALITY.  Alles Erzählungen für jugendliche Leser.

Da erschien es mir nur logisch, zu meinen Ursprüngen zurückzukehren und einen fantastischen Jugendroman zu schreiben. Die Reise hat gerade erst begonnen und wird sicher noch eine Weile dauern. Auch das Ziel ist auch noch nicht bekannt, da ich noch nicht weiß, wo der Roman erscheinen soll. Aber es fühlt sich richtig an und unglaublich spannend.

In diesem Sinne freue ich mich sehr auf 2021 und wünsche allen da draußen von ganzem Herzen einen guten Rutsch in ein frohes neues Jahr!

Tagebuch vom 31.12.2019

Das Jahr 2019 neigt sich unaufhaltsam dem Ende zu. Deshalb wünsche ich euch allen schon jetzt einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2020!

Das zurückliegende Jahr stand ganz im Zeichen meines neuen Thrillers: „SIEBENMORD„. Fertigstellung im Januar, Vertragsunterzeichnung im Februar, Veröffentlichung der offiziellen Leseproben im März, große Buchpräsentation im April und den Rest des Jahres: Signierstunden und Lesungen, u. a. in der Spitalmühle in Schwäbisch Gmünd, im Kloster Lorch (Sommerfest) oder der VHS Schorndorf.

Mein Dank gilt wieder einmal dem ganzen Team des einhorn-Verlags, ohne dessen Einsatz dieser besondere Roman anlässlich der Remstal-Gartenschau niemals in dieser Form erschienen wäre.

In der ersten Hälfte des Jahres habe ich intensiv an einem neuen historischen Roman geschrieben, die Arbeit daran aber zwischenzeitlich unterbrochen, um mehr Zeit für die Familie und meinen Broterwerbsjob zu haben. Das letzte halbe Jahr habe ich mir dann „schreibfrei“ genommen, um die Batterien wieder aufzuladen.

Wie es nächstes Jahr weitergeht, weiß ich – ehrlich gesagt- noch gar nicht. Es gibt momentan vier ganz unterschiedliche Projekte in verschiedenen Stadien, an denen ich gerne arbeiten würde.

  1. Den oben erwähnte historische Roma, von dem ungefähr ein Sechstel fertig geschrieben ist.
  2. Einen zweiten Regional-Thriller, dessen Handlung bereits komplett durchgeplant ist und der nur darauf wartet, verfasst zu werden.
  3. Dann wäre da noch ein Roman mit dem Titel „ZEITLOS“, zu dem schon ein komplettes Exposé vorliegt. Außerdem habe ich einige Textstellen im Sommerurlaub am Smartphone skizzenartig vorformuliert.
  4. Und schließlich noch ein Jugendroman („DAS HAUS“), der bis jetzt nur aus einer vagen Idee besteht, die mich aber sehr reizt.

Ich bin gespannt, wie viel Zeit ich in den nächsten 12 Monaten finden werde, um mich wenigstens einem der vier Projekte zu widmen.

In diesem Sinne freue ich mich sehr auf 2020 und wünsche allen da draußen von ganzem Herzen einen guten Rutsch in ein frohes neues Jahr!