Archiv für das Jahr: 2018

Tagebuch vom 20.03.2018

Am 15. März 2018 durfte ich an der Schäfersfeldschule in Lorch meine Staufer-Trilogie der kompletten Klassenstufe 7 vorstellen. Vielen Dank an Frau Weber, Frau Schunte, Herrn Wägner von der Stadtbücherei Lorch und allen anderen Beteiligten! Mein Dank gilt auch den Klassen- und Deutschlehrerinnen und den Schülerinnen und Schülern, die im Vorfeld gelesen, recherchiert und während der Lesung viele interessante Fragen gestellt haben.

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Foto: Christa Weber

Timo Bader in Lorch

Timo Bader war zu Gast in der Stauferschule in Lorch. Wir konnten ihn im Rahmen des landesweiten Frederick-Tages und dank der finanziellen Unterstützung durch den Friedrich- Boedecker-Kreis „Literatur im Unterricht“, der Stadtbücherei Lorch und der Lorcher Buchhandlung Semicolon gewinnen.

Die im Einhorn-Verlag erschienenen historischen Romane „Im Bann der Staufer“, „Die Chronistin der Staufer“ und „Das Vermächtnis der Staufer“ vereinen Spannendes und Wissenswertes zu dem deutschen Adelsgeschlecht. Angereichert mit Anekdoten zur Entstehung der Romane durften die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe einen besonderen Nachmittag zu erleben und in diese andere Zeit eintauchen.

Timo Bader, Jahrgang 1983, studierte Deutsch, Englisch und Erziehungswissenschaften sowie Germanistik und Anglistik an der Universität Stuttgart. Heute lebt er mit seiner Familie und einem Husky-Mischling in Schwäbisch Gmünd. Seit 2001 sind dreizehn Romane und zahlreiche Kurzgeschichten von ihm in Anthologien, Literaturmagazinen und im Internet erschienen.

Timo Bader schilderte farbenfroh und detailliert, wie er Monate lang die historischen Fakten recherchiert und sich die Handlung ausdenkt. So geht es im ersten Band der Saga „Im Bann der Staufer“, der zum Gmünder Stadtjubiläum 2012 erschien, zentral um Friedrich II. Als Leseprobe gab es dann auch die Gründungslegende in einer eigenen Fassung. Hier verliert Agnes den Ring, der gefundenen wird auf dem Horn eines Einhorns und dann zur Grundsteinlegung der Johanniskirche führt. Der Roman bezieht dann seine Spannung daraus, dass der junge Friedrich II zum Macher eines Weltreiches wird. Die Handlung umfasst die Zeit von 1200 – 1250.

Im zweiten Band „Die Chronistin der Staufer“ wendet sich Timo Bader der Vorgeschichte zu. Hauptfigur hier ist Friedrich I, besser bekannt als Kaiser Barbarossa. Das zentrale Thema ist der mittelalterliche Begriff der Ehre. Und dem Gegensatz dazu, der Schande. Als Kunstgriff lässt Bader sich auch hier zwei sehr  gegensätzliche Personen treffen. Hochgestellte konnten stürzen. Aber auch der Aufstieg von Barbarossa wird geschildert. Henrike, Tochter eines welfischen Ministerialen, muss ihre Familie überstürzt verlassen. Sie schlägt sich mit Spielleuten und Wanderhuren durch, bis sie – als Mönch verkleidet – Zugang zum Kloster Lorch findet, wo sie Chronistin Barbarossas wird. Auf abenteuerliche Weise kreuzen sich ihre Wege. Als Leseprobe gab es eine Szene bei den „Hübschlerinnen“. Bader nahm die Szene zum Anlass über das heute doch sehr fremd anmutende Frauenbild des Mittelalters zu erzählen. Die Schüler staunten dann doch sehr, für wie minderwertig, schwach und ehrlos die Frau damals geachtet wurde („aus der entbehrlichen Rippe des Mannes“) und dass sie oft schon als 12- bis 16-Jährige zwangsverheiratet wurden (also so jung oder noch jünger wie das Publikum).

Den Abschluss der Trilogie bildet dann der dritte Band „Das Vermächtnis der Staufer“. Konradin ist der letzte Erbe der Dynastie der Staufer, der im Alter von 16 Jahren hingerichtet wurde und das Ende der stauferschen Herrschaft in Europa besiegelte. Bader las eine in Gmünd spielende Szene rund um das historisch belegte Thema der Judenverfolgung im Mittelalter. Und auch im dritten Band widmet er sich dem Bau eines historischen Gebäudes: dem Heilig-Kreuz-Münster, das ab ca. 1320 unter dem Bauherrn Parler entstand, also erst dann, als der letzte Staufer bereits tot war. Dabei werden historische Fakten mit erfundenen Elementen geschickt verknüpft, wie Bader dem aufmerksamen Publikum erzählte.

Zahlreiche Fragen musste der Autor nach der Lesung beantworten. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass er im Moment an einem Regional-Krimi schreibt, der voraussichtlich im Frühjahr 2019 erscheint. Wir dürfen gespannt sein auf diesen Roman, bei dem „das Remstal rauf und runter an authentischen Plätzen“ gemordet wird.

Bericht: Erich Wägner

Tagebuch vom 12.02.2018

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„Die Säule vor dem Rathaus war zweieinhalb Meter hoch und durch bunte Keramikelemente geprägt. An der Oberfläche hingen Gesichter, genauer gesagt: Masken aus Ton. Männer und Frauen, alte und junge, hübsche und hässliche, dicke und dünne, manche mit Knollennase, andere mit Stupsnase, ernste, fröhliche, traurige, wütende, einige mit schmalen Augen, andere mit Glubschaugen. Alle Augen hatten eines gemeinsam: Sie waren geschlossen, sodass die Gesichter so aussahen, als würden sie träumen – einen gemeinsamen, langen Traum.“